Ein Hund aus dem Tierheim – das ist zu beachten

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Wer sich für einen Hund aus einem Schweizer Tierheim entscheidet, beweist Tierliebe und unterstützt den Tierschutz. Gut so! Doch Hunde, die in einem Tierheim leben, haben nicht immer schöne Erfahrungen mit ihren Vorbesitzern gemacht und bringen deshalb eine Portion Unsicherheit mit. Sie sind dankbar für ein neues Zuhause, keine Frage. Doch die Arbeit, die mit einem solchen Hund verbunden ist, sollte nicht unterschätzt werden. 

Meist handelt es sich bei Hunden aus dem Tierheim um ausgewachsene Vierbeiner. Das hat Vorteile. Der Hund ist bereits stubenrein und Halsband und Leine gewohnt. Er kennt oft schon den Umgang mit kleinen Kindern, anderen Hunden und teils auch anderen Haustieren. Hat ein Hund eine schwierige Zeit durchlebt, kann er anfangs durch ängstlich oder neurotisch sein. Findet er bei dir aber verständnisvolle und geduldige Hände, baut er wieder Vertrauen auf und lebt sich schnell ein.

Passen Hund und Halter zusammen?

Foto – Sam Manns 

Viele erwarten im Tierheim ausschliesslich Mischlinge und Hunde, die von ihren Vorbesitzern auf der Strasse oder an einer Raststätte ausgesetzt wurden. Doch die meisten Hunde werden von ihren Haltern regulär an ein Tierheim übergeben. Oftmals konnten sich Vorbesitzer aufgrund geänderter Lebensumstände nicht mehr um ihren Hund kümmern oder sind verstorben. Angehörige sehen dann keinen anderen Weg, als den Hund an das Tierheim abzugeben. Daher sind auch Rassehunde im Tierheim gar nicht so selten. 

Das Tierheim – eigentlich ein Tierasyl

Das Tierheim sollte für einen Hund im Idealfall nur als eine vorübergehende Auffangstation dienen. Ziel des Tierheims ist es, den Hund an einen tierlieben Menschen zu vermitteln. Dennoch sollen sich die Hunde während ihres Aufenthalts im Tierheim wohlfühlen. Achte bei der Besichtigung auf den Gesamteindruck und nimm Kontakt mit den Betreuern auf. Erkundige dich danach, welche Stationen einzelne Hunde bereits durchlaufen haben. So kannst du dir ein besseres Bild über deinen potenziellen neuen Begleiter machen. 

Informationen zum Hund

Manche Hunde im Tierheim stammen von Tierschutzorganisation aus dem In- oder Ausland. Bei Tieren aus dem Ausland ist die Vorgeschichte manchmal nur unzureichend dokumentiert. Wer sich in einen solchen Hund verliebt hat, sollte sich bei der Tierheimleitung besonders gründlich nach Verhaltensauffälligkeiten und besonderen Merkmalen erkundigen. Akute und chronische Krankheiten sowie Verletzungen sind eine weitere wichtige Information für den neuen Besitzer. Wenn du dich für einen Hund mit einem Handicap entscheidest, solltest du die besonderen Anforderungen des Hundes prüfen. Nur so weisst du, ob du das richtige Zuhause bieten kannst. 

Diese Punkte solltest du bei einem Hund aus dem Tierheim in Erfahrung bringen:

  • Ist der Hund den Umgang mit kleinen Kindern gewohnt?
  • Wie geht er mit fremden Personen wie Briefträgern um?
  • Wie verhält er sich im Umgang mit anderen Hunden oder Haustieren?
  • Ist er menschenscheu, aggressiv oder ein Angstbeisser?
  • Kommt das eigene Wohnumfeld den Bedürfnissen des Hundes entgegen?
  • Ist der Hund erfahren mit Reisen im Auto oder mit Schiff oder Zug?
  • Wurde der Hund schon im Hundefahrradanhänger transportiert?
Foto – Kai-Chieh Chan 

Du solltest alle Situationen durchgehen, denen der Hund in seinem Alltag begegnet. Je besser du, deine Lebensumstände und der Hund zusammenpassen, umso schneller kann sich die Fellnase eingewöhnen und an das neue Umfeld anpassen.

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